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Wenn Sie wissen möchten, was wir den ganzen Tag so machen und welche Neuigkeit die Branche aufhorchen lässt – dann sind Sie hier richtig. In unregelmäßigen Abständen schreiben wir über besondere Projekte bei Sepio, berichten aus unserem Alltag und veröffentlichen Meldungen, die irgendwie mit uns, Ihnen oder Druck im Allgemeinen zu tun haben.

Sepio Tipp-Box - Interessantes Aspekte, Hinweise, Tipps für die Produktion Ihrer Drucksachen.

Heute: „Diskussionen um eine Sonderfarbe“; Eine Sonderfarbe wählen oder nicht? Sonderfarb-Vollton durch Aufrastern aufhellen – bitte nicht!

 

Fall 1: Ist eine Reproduktion im Zuge eines eigentlichen Vierfarbdruckes vorgesehen, ist es eine Frage der Priorität und letztlich der Kosten, ob zusätzlich eine festgelegte Sonderfarbe als 5. Farbe gedruckt werden soll.

 

Fall 2: Wird eine Hausfarbe festgelegt, die für den Solodruck vorgesehen ist – ist (bei einer Offsetproduktion) die Antwort klar: Natürlich eine Sonderfarbe aus dem Spektrum der HKS-, respektive Pantone-Farbtöne. Bitte beachten Sie dabei aber: Die Wahl der gewünschten Sonderfarbe muss bereits im Vorfeld entsprechend dem späteren Bedruckstoff aus dem jeweils passenden Farbfächer (ungestrichenes (Offsetoberfläche) /gestrichenes (Bilderdruckpapier) Material) ausgewählt werden. Manchmal ist es ratsam, insbesondere bei Grau-, Grün- und Blautönen zwei unterschiedliche Pantone-Farben jeweils für das entsprechende Material festzulegen.

 

Eine Bitte noch – und da sind wir beim aktuellen Beispiel- Suchen sie sich einen Pantone-Farbton, der im Vollton, also als 100% Flächendruck Ihrem Wunschton entspricht, Hellen Sie beispielsweise einen Grauton nicht auf, indem Sie ihn aufrastern. Warum? Solch aufgehellten Töne werden erzeugt indem wir einen Raster drucken, sprich eine sehr kleine Anordnung gedruckter Farbpunkte zu weißen, unbedruckten Stellen auf der Papieroberfläche. -> Bild.  Solche Raster sind insbesondere bei Flächenreproduktionen wie im Bespiel nur schwer völlig homogen und stabil zu produzieren. Der Grund liegt in der Anfälligkeit solch gearteter Farbtonreproduktionen auf jedwede Störgrößen wie Papiereinschlüsse und -unebenheit, Papierstrichpartikel auf dem Gummidrucktuch, Papierdickendifferenzen, Schwankungen bei der Farbübertragung und und und. Profan gesprochen:  das menschliche Auge ist bei der Mischung von unbedruckten und bedruckten Bereichen des Papiers sehr „sensibel und hochauflösend“, ein unruhiger Ausdruck wird schnell erkannt, Farbschwankungen im gewünschten Farbton, die sich durch leichte Punktvergrößerung oder Punktverkleinerung ergeben, werden schnell wahrgenommen.

Ach bei aufgerasterter Schrift wird die Kontur nicht kantenscharf, insgesamt kann dann der Schriftzug undeutlich wirken . Oben genannte  Einflußfaktoren führen auch hier schnell zu Farbtonveränderungen.  Daher gilt auch hier: Bitte  anstelle einen dunkleren Sonderfarbton zum gewünschten heller Ton aufzurastern bitte gleich einen helleren Sonderfarb-Vollton auswählen.

 

NL

Nahansicht eines aufgerasterten Textauschnitts
Ansicht eines Textausschnittes (Sonderfarben-Simulation durch Rasterdruck)
Ansicht aufgerastertes  "T"-Textelement
Mikroskopische Ansicht eines Textdetails (Sonderfarben-Simulation durch Rasterdruck)
Nahansicht eines UNgerasterten Textauschnitts
Ansicht eines Textausschnittes (Volltondruck)
Ansicht ungerastertes  "T"-Textelement
Mikroskopische Ansicht eines Textdetails (Volltondruck)
Mikroskopische Ansicht eines aufgerastertes Flächenmotivs
Ein Flächenmotiv im Rasterdruck unterm Mikroskop - Der Grund der ggf. später als "Unruhe" wirkenden Struktur wird deutlich sichtbar.